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Jahreskonzert 2011 der Georgi-Bläser Bad Brückenau mit dem Musikzug Wildflecken

Thomas Dill, Bad Brückenau

Fester Bestandteil im Bad Brückenauer Konzertkalender ist das Jahreskonzert der Georgi-Bläser am Samstag vor Palmsonntag. Genau so fest ist auch, dass die Kapelle diesen Konzertabend niemals alleine gestaltet.
So gab es auch diesmal für nahezu jeden Geschmack etwas zu hören.
Den Auftakt im Pfarrheimsaal Bad Brückenau machten die traditionell in grün gewandeten Freunde vom Musikzug Wildflecken unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Ralf Gundelach. „Weil Ostern so spät ist und es deshalb schon grünt und blüht, haben wir uns eine grüne Kapelle eingeladen“, so der gastgebende Dirigent Andreas Kleinhenz bei der Begrüßung. Dass sich Wildlecken immer noch stark den Amerikanern verbunden fühlt, zeigt die Auswahl der gekonnt vorgetragenen Musikstücke.

 

48 Musikerinnen und Musiker brachten dabei die Bühne des Saals an ihre Kapazitätsgrenze. Der Musikzug Wildflecken zählt zu den größten Orchestern im Landkreis, das sehr stark auf Nachwuchsarbeit und Jugendförderung setzt. Bewundern kann man diesen Klangkörper wieder bei seinem Jahreskonzert am 14.Mai in der Schulturnhalle Wildflecken, hier werden dann die Georgi-Bläser als Gäste auftreten.
Erstmals bestand das Jahreskonzert nicht aus zwei Blöcken mit zwei Kapellen, sondern es bot sogar eine Plattform für drei Klangkörper.
Die Fortissimo-Kids, der Nachwuchs der Georgi-Bläser durfte im zweiten Teil beweisen, dass es innerhalb von knapp drei Jahren unter der Leitung von Musiklehrer Andreas Kleinhenz bereits in der Lage ist, ein beachtliches konzertantes Repertoire zu spielen. 17 Jungmusiker und Musikerinnen von 11 bis 16 Jahre spielten mit deutlich hörbarem Spaß an der Musik. David Kunkel, der Baritonspieler der Kids führte auch im Stil von Kuhlenkampf oder Gottschalk redegewandt durch ihr Programm. „Das Mundstück vom Bariton hat am besten zu meinem Mund gepasst beim Schnuppertag“ war später die praktische Antwort auf die Frage, warum gerade dieses Instrument von ihm gelernt wird. Der Nachwuchsposaunist Alexander Mack, 15 Jahre ist auch ein Praktiker:“ Weil die Zugposaune keine Ventile hat, die man wie wild drücken muß und weil man damit auch doll Jazz machen kann“, seine Antwort auf dieselbe Frage. Entsprechend fetzig dann auch das Programm der 5 dargebotenen Stücke, sämtlich bekannte Filmmelodien.
Nach der Hauptpause hieß es dann „Polka goes Broadway“ durch die 38-köpfige Kapelle der Georgi-Bläser. War es im Vorjahr ein „Best of“-Konzert, das kaum mehr in seiner Bandbreite und orchestralen Brillanz zu Toppen war, wagte sich Dirigent Andreas Kleinhenz mit seinen Musikern heuer in eine andere Richtung. „Als kleines Orchester müssen wir etwas besonderes bieten“, so der Dirigent mit Blick auf die zahlenmäßig stärker besetzten Wildfleckner. Auftakt und thematisch passend zum bisherigen Programm das Stück „On broadway“ des weltbekannten Komponistengespanns Leiber-Stoller. Aus der Feder von James Last das folgende Stück „Morgens um Sieben“. Plötzlich spielte hier das Orchester ohne Dirigent, der war losgegangen, sich an der Theke eine Limonade zu holen, um sie dann mit dem Rücken zur Kapelle sitzend genüsslich zu schlürfen, ganz im Stil des Minimaldirigenten James Last. Neu einstudiert in zahlreichen Sonderproben und einem Probenwochenende, für das neue konzertprogramm wird seit letztem Herbst konzentriert geprobt, dann der in Deutschland relativ unbekannte Marsch „Mit Schwert und Lanze“ von Hermann Starke, der unter dem Titel „with sword and lance“ Weltruhm erlangte.
Absolutes Neuland für eine orchestrale Blasmusikkapelle im Sinngrund dann die Wahl des nächsten Stückes. Kein geringerer als Bayreuths Göttervater Richard Wagner wurde gewählt. Aus der Oper Lohengrin, dem 2. akt stammt das Stück „Elsa’s procession to the cathedral“ also, Elsas Gang zur Kathedrale.
So integrant wie es in dieser romantischen Oper zugeht, voll zahlreicher Verwicklungen, Konspiration, Zauber, Lug und Trug, so entwickelte sich auch das Musikstück, selbst für die Ausführenden stets voller Überraschungen. „Die wussten bei den Proben am Anfang nicht, was auf sie im nächsten Takt zukommt“, so der sichtlich stolze Dirigent über die Anforderungen die er an sein Orchester stellt und die dieses einmal mehr bravourös meisterte.
Tradition schon die Soloeinlage der sonst eher im Hintergrund nur hörbaren Schlagzeuger. „Die phantastischen 4“ zeigten einmal mehr ihr hervorragendes Können mit Rhythmen und Kängen und das daraus resultierende harmonische Zusammenspiel-und das bei gerade mal drei gemeinsamen Proben für das Stück. Besonders cool mit seiner Kappe dabei der 12-jährige Julian Hüfner aus Schönderling. „Ich hab schon immer gerne überall drauf rum getrommelt, bei den Georgis macht es mir jetzt deshalb noch besonders mehr Spaß“, so der Nachwuchstrommler.
Kontrast dann das neu einstudierte programmatische Stück „Pacific dreams“ von Jacob de Haan. Augen schließen, Füße ausstrecken und Ab in den Süden! So die Intention des Stückes, das ein bisschen Sonne, Strand und blauer Pazifik suggerierte. Eine Hommage an den amerikanischen Soulkünstler Ray Charles das Stück „The genius of Ray Charles“ als Medley seiner bekanntesten Songs. Neben der Solotrompete von Andreas Miller glänzte hier erstmals mit einem längeren Solo die 13-jährige Saxophonistin Isabel Dill. Hier bewies sie, warum sie vor knapp 5 Jahren gerade dieses Instrument lernen wollte: „ weil es so jazzig und swingend ist und man damit und besonders auch bei den Georgis so toll moderne Stücke spielen kann“.
Die Abiturientin Julia Spahn bewies mit ihrer Querflöte, dass Musik Stressabbauend wirkt. Bei „For once in my life“ spielte sie souverän ein Solo, nebenbei unterstützte sie Dirigent Kleinhenz auch bei der Moderation.
„Thank you for the music“ gespielt und im Chor gesungen, dann die Zugabe und der Dank an das aufmerksame Publikum im gut gefüllten Pfarrsaal, darunter auch Hausherr Stadtpfarrer Alfred Bauer.
Geshclossenheeit wurde demonstriert, als die „roten Teufel“ die Nachwuchskräfte der Fortissimo Kids noch mit auf der Bühne platziert wurden und gemeinsam das Stück „Raiders march“ intoniert wurde. Ein würdiger Abschluss eines denkwürdigen Konzertabends.

 


Das dargebotene Programm des Musikzuges Wildflecken:
Nach dem Auftakt mit dem fetzigen „Prelude und Energico“ des zeitgenössischen amerikanischen Blasmusikkomponisten James Swearingen ging es weiter mit „dem Wildfleckner Stück“: „Heal the world“ von Michael Jackson. Dass ein Blasorchester sein Schlagwerk immer etwas besonders bei Laune halten muß, zeigte neben den Gastgebern auch der Musikzug. Beim „Solotrommlermarsch zeigten die 5 Schlagzeuger ihre hervorragende Schulung, meist durch Musiklehrer Csaba Beke, der an diesem Abend wieder in altbewährter Manier am Mischpult stand und für den guten Ton im Saal sorgte. Eine Suite aus verschiedenen James Bond-Filmmelodien wie„Live and let die“, “For your eyes only“, „Goldfinger“ und die Titelmelodie der Filmreihe, des unlängst verstorbenen britischen Komponisten James Barry, bot Platz für Soli durch das Tenorhorn des Wildfleckner Musizugvorsitzenden Jürgen Köstler und des Trompeters Dominik Köstler. Amerikanisch ging es dann weiter mit „Moment for Morricone“ eine Homage an den Italo-Western und seine ohrwurmartigen Filmmelodien aus der Feder von Ennio Moricone. Als Zugabe wurden dann die Wurzeln des Musikzugs gezeigt. Mit dem „Fliegermarsch“ gab es klassische Blasmusik im Marschrythmus.

Die Fortissimo Kids beließen im Anschluß die Zuhörer zumeist in Amerika.
Sie brachten „Movie favorites“- also Filmmelodien zu Gehör. „Theme from Jurassic park“, „Chariots of Fire“, „Forrest Gump“, „somewhere out there“ und „the man from snowy river“ die Titel der abwechslungsreichen und sehr sicher gespielten Stücke.