Start Presse Pressekategorie Georgi-Bläser-Jahreskonzert am 04.04.2009

Georgi-Bläser-Jahreskonzert am 04.04.2009

Thomas Dill, Bad Brückenau

„Der Jugend gehört die Zukunft“

„Der Jugend gehört die Zukunft“, ein in der jetzigen Zeit optimistischer Leitgedanke. Unter diesem Motto stand das diesjährige Jahreskonzert der Bad Brückenauer Georgi-Bläser im wieder einmal ausverkauften Pfarrheim.
Wurden bisher immer namhafte Gastkapellen eingeladen, um gemeinsam mit der Brückenauer Kapelle ein musikalisches Feuerwerk abzubrennen, betraten die Verantwortlichen um Dirigent Andreas Kleinhenz diesmal mutig Neuland.

Foto: Thomas Dill

Die „Fortissimo-Kids“ standen nach gerade einmal vier Monaten gemeinsamen Musizierens erstmals vor Publikum und ließen hören, was sie in der kurzen Zeit schon gelernt haben. 18 Kinder von 10 bis 13 Jahren machten hörbar, was ihnen engagierte Musiklehrer beigebracht haben. Bei Französischen und schottischen Weisen harmonierten die einzelnen Sätze, „das tiefe Blech haut alle raus“ beim „Hard rock blues“. Ausgestattet mit neuen Shirts mit einem eigenen Logo und einheitlichen Notentaschen, alles von Gönner Holger Schmitz spendiert, bildete der Nachwuchs der Bläserklasse ein dankbares Bild für die zahlreichen stolzen Eltern.
Im selben stil ging es dann weiter. Die Bläserklasse Riedenberg-Oberbach unter Leitung von Kerstin Golling präsentierte sich erstmals dem Brückenauer Publikum. Diese Klasse aus 13 Kindern spielt schon ein Jahr länger zusammen, aber hörbar mit derselben Begeisterung. Dies spiegelte sich auch in den Moderationen der Kinder wieder.
Nach einer Umbaupause startete dann der Hauptteil mit den Georgibläsern. Auch hier sind einige Nachwuchskräfte, die teilweise erst Wochen im Hauptorchester mitspielen, voll integriert und auf der Bühne präsent.

 

Foto: Thomas Dill


Ging es musikalisch früher mehr in die Musicalsparte, stand heuer konzertant gespielte Klassik auf dem Programm. Und das mit allerhöchster Präzision und Spielfreude, was die Zuhörer bereits nach den ersten takten spürten. So war auch das erste Stück wohl Programm für den Klangkörper.
„Ain’t no mountains high enough“ wurde übersetzt mit „uns ist kein Stück zu schwierig“. Ihr Können bewiesen die Solotrompeter des Orchesters Manuela Möller, Lukas Breitenbach und Dirigent Andreas Kleinhenz bei „Buglers holiday“. Atemberaubendes Tempo in den Läufen der Drei ließen die Zuhörer den Atem unwillkürlich anhalten. Bei „Satin doll“ zeigte dann Nachwuchstrompeter Maximilian Manger sein Können als Solist. „Nessun Dorma“, das wohl momentan bekannteste Stück aus Pucinis Oper Turandot klang bei den Georgis mindestens genauso gut wie Paul Potts Interpretation aus der Telekomwerbung, Csaba Beke’ ist kein Unbekannter als Sänger schwieriger Lieder.
Musikalisches Neuland wurde bei einem Arienmedley betreten. „Viva Belcanto“, hier entlockte der Dirigent seinem Klangkörper bisher nicht gehörte Klangfarben. Die einzelnen Sätze liefen zu Höchstform auf, als sie den Gefangenenchor aus „Nabucco“, „Santa Lucia“, „Funiculi Funicula“ und den Triumphmarsch aus „Aida“ interpretierten. Beim jazzigen „Splanky“ glänzte dann Lukas Dill als Solist mit der Posaune, die „Garden party“ wurde von Birgit Pöck-Kleinhenz am Saxophon musikalisch interpretiert.
Klassisch wurde es mit „Every Valley“, einer Hommage zum 250. Todestags des Komponisten Georg Friedrich Händel, hier durften die Klarintten und Querflöten ihr Können eindrucksvoll zu Gehör bringen.
Extraklasse auch die Improvisation der Percussiongruppe. Bernd Miller am Marimbaphon, unterstützt von Tobias Breitenbach und Felix Dittmayer machte an diesem selten gehörten Instrument deutlich, welche Klangfülle ein Vollblutmusiker „einfachem Holz“ entlocken kann.
Absoluter Höhepunkt des Abends dann die Hommage an Louis Amstrong. Roland Leitsch ließ bei „Satchmo“ vergessen, dass Amstrong nicht mehr lebt. Auch die Improvisationen von Lukas Dill an der Posaune, an der Trompete Dominik Bauer und dem Holzbläserlehrer Klaus Bühre und Janina Limpert mit der Klarinette zeigten, welch exzellente Musiker die Kapelle besitzt.
„Thank you for the music“, mit diesem Ohrwurm von ABBA bedankte sich das Orchester singend und swingend bei seinen Zuhörern. Hier zeigte Trompeter Andreas Miller als Solist noch sein Können.
Als Schmankerl für die Zugabe aufgehoben dann noch „Mit Schwert und Lanze“. Dieser schwierige Konzertmarsch ist manchem bekannt von den Geburtstagsparaden der englischen Queen. Hier zeigte der Klangkörper noch einmal seine ganze Klasse unter der souveränen Hand seines Dirigenten Andreas Kleinhenz. Für die Mühen und Quälereien zahlloser Probenstunden entlohnte dann der Applaus der Zuhörer und machte Mut für neue Stücke 2010.