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Georgi-Bläser-Jahreskonzert am 15.03.2008 mit dem Blasorchester Neuhof

Thomas Dill, Bad Brückenau

Seit Jahren ein Garant für konzertante Blasmusik auf höchstem Niveau- das Jahreskonzert der Georgi-Bläser Bad Brückenau. Neben dem Hausherrn, Stadtpfarrer Sven Johannsen konnte der musikalische Leiter der Kapelle, Andreas Kleinhenz auch Bürgermeisterin Meyerdirks und zahlreiche Leiter befreundeter Kapellen zum Konzert begrüßen.

Foto: Thomas Dill

Mit „The Washington Post“, einem Standardstück im Repertoire der Kapelle, ging gleich zum Auftakt die Post ab und die Nervosität der Musiker legte sich. Durch Magen-Darm-Erkrankungen wurde nämlich der Klangkörper vor dem Konzert spürbar ausgedünnt.

In die Welt des Musical wurden die Zuhörer im bis zum letzten Stuhl gefüllten Saal des Pfarrheims dann entführt. Der „König der Löwen“ nach der bekannten Filmmusik von Elton John führte mit Pauken und Trompeten in den tiefen afrikanischen Dschungel. Dieses Stück wurde erstmal zur Aufführung gebracht, der lange Applaus zeigte, dass gründlich einstudiert und gefühlvoll interpretiert wurde.
Jazzig wurde es bei „Children of Sanchez“ von Chuck Mangione, einem in den 70er Jahren erfolgreichen Flügelhornspieler Der eingängige Jazzrock, der von lateinamerikanischen Einflüssen durchsetzt ist, wurde grandios umgesetzt von der Flügelhornsolistin Manuela Möller.
Swingend wurde es mit einem Medley von Big Band Stücken Glen Millers, Tommy Dorseys und Count Basies. Als Solisten brillierten hier die acht Damen des Saxophonsatzs und als Solist an der Posaune Lukas Dill.
Alt bekannt aber immer gerne gehört die Interpretation der Georgis zum Musical Hair. Erstmals dabei als Solisten zu hören die Nachwuchstrompeter Mario Brust und Leopold Richter.
Nach diesem Stück verließ auf einmal der gesamte Rhythmussatz der Kapelle den Saal, um wenig später als Minikapelle einschließlich Dirigent Andi wieder zu erscheinen. Sie zeigten, wie manchenorts zur Verzweiflung des Dirigenten kurz vor knapp ein neues Stück einstudiert wird. Was die fünf jungen Männer dabei zu Gehör brachten, war aber kein Probenwirrwarr sondern rhythmischer A-Capella-Gesang vom Feinsten. Auch das anschließende Stück „Suite Mexicana“, auf verschiedenen Schlagwerken und dem mächtigen Marimbaphon aufgeführt, zeugte von der hohen Güte der Rhythmusabteilung der Kapelle.
Neu im Programm das getragene Stück „Highland Cathedral“, einem ursprünglich für Dudelsack geschriebenen Stück, das die Zuhörer in die schottischen Highlands entführte. Es schloß sich der dreiteilige Satz „ A childrens’s suite“ an. Die Komposition ist durchsetzt mit rhythmischen Finessen und interessanten dynamischen Wendungen .Auf den Einleitungsteil, der marschmäßig angelegt ist folgt eine Ballade, die ganz auf das Klangspektrum der Holzbläser zielt. Der dritte Teil kombiniert Disco-Klänge mit eingängigen Melodien, die an Filmmusiken erinnern.
Abschluss des offiziellen Programms dann die neu einstudierten Musicalmelodien mit einem Querschnitt aus „Dreamgirls“. Das Musical erzählt mit viel Musik und Gesang die Geschichte von Diana Ross und den Surpremes.
In eine mitwippende, klatschende und summende Gospelkirche verwandelten die Musiker mit dem Stück „Spiritual and Folk“ den Pfarrheimsaal. Es folgte nach forderndem Applaus der Zuhörer als Zugabe bevor die Bühne geräumt wurde für den zweiten Teil des Konzertabend.
Sind die Georgibläser schon ein Klangkörper höchster Güte, so gibt es Blaskapellen, die dem Ganzen noch ein Sahnehäubchen aufsetzten können.

Foto: Thomas Dill

Das Blasorchester Neuhof unter der Leitung von Winfried Möller ist solch ein Ensemble. Fast sechzig Musiker und Musikerinnen demonstrierten konzertante Blasmusik auf allerhöchstem Niveau.
Schon der Auftakt mit der olympischen Fanfare und Variationen daraus war ein Hörgenuss. Klassische Blasmusik dann der Marsch Jubelklänge bevor es im Kontrastprogramm weiterging mit der symphonisch anmutenden „La Quintessenza“. „Ich gehör nur mir“, ein Stück aus dem Musical Elisabeth brachte dann in Vollendung, dezent begleitet vom Orchester, die Sängerin Helene Müller zu Gehör. Auch Ute Grönig, Bassklarinettistin der Kapelle und bekannt von der aus dem fast gleichen Klangkörper bestehenden Bigband „Vorsicht Gebläse“, konnte mit „Blue Moon“ und in der Zugabe mit „On the sunny side of the street“ ihr Jazzfeeling von der Seele singen.
Man sah sie förmlich auf sich zureiten, die glorreichen Sieben, bei der Interpretation der Titelmelodie zu „The magnificant seven“.
Radetzky-Marsch und „Preußens Gloria“ zeugten davon, dass nicht nur Jazz und Musical mit einem solchen Blasorchester klingen, sondern auch klassische Marschmusik modern interpretiert werden kann. Langer Applaus des Publikums und zwei große Fässer Bier der gastgebenden Kapelle waren für die hessischen Musiker aus dem nahen Neuhof verdienter Lohn der Mühe. Bis in die Morgenstunden saßen dann die Musiker beider Kapellen noch beieinander.