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Tiger Rag in Rekordzeit 11.06.2013

Ein Bericht von Roland Pleier

ONLINE-TIPP
Den Tiger Rag der Georgi-Bläser in Rekordzeit sowie den Text von Jürgen Mohrs Brückenau-Hommage im Internet:
Tiger Rag - Georgi-Bläser

Stadtfest-Pokal für die bemerkenswerte Kooperation der Familie Dill mit den Georgi-Bläsern

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Der Stadtfest-Pokal wanderte heuer an eine Kooperation: Hartmut Bös (links) und Brigitte Meyerdierks (daneben) zeichneten damit die Familie Dill und die Georgi-Bläser aus.

Weiter von links: Thomas Dill und Ehefrau Birgit Dill, Helga Dill, Kristina Dill, Doris Dill-Günther, Isabel Dill, Markus Hehn, Lukas Dill und Dirigent Lukas Breitenbach.
Wünsch Dir was: Mit ihrer originellen Idee einer Live-Jukebox begeisterten die Georgi-Bläser. Wer spendete und die Glocke schlug, dem spielten die Musiker einen der 30 angebotenen Wunschtitel.

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Die Jury strahlte. So leicht war es noch nie, waren sich die Juroren einig: Der Stadtfest-Pokal des Brückenauer Forums „für Neues, Gutes, Schönes“, so B ürgermeisterin Brigitte Meyerdierks, sollte heuer an die Familie Dill weiterwandern – und damit auch an die Georgi-Bläser.

Nicht nur, dass die beiden Kooperationspartner zumindest übers Wochenende den Laden in der Ludwigstraße 14 wiederbelebten, der den Dills gehört und der seit Schließung des Sanitätshauses Bader zum Jahresanfang leer steht. Ihre originellen Ideen sorgten zudem für beste Laune, ja ausgelassene Stimmung.

„Wenn er das erlebt hätte, hätte er auf dem Tisch getanzt.“ Thomas Dill, Diplom-Ingenieur Holztechnik, Energieberater und geprüfter Bestatter, gedachte seines Vaters, der im vergangenen Jahr gestorben war. Schon allein deshalb, weil sich Anton Dill vor 50 Jahren selbstständig gemacht und damit den Grundstein für die Drei-Mann-Firma „Holzwerkstätte“ in Wernarz gelegt hatte, die sein 53-jähriger Sohn heute führt.

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Unter Anleitung von Isabel Dill hämmert Christian Scheller eine Leiste auf die Bodenplatte.

„Toll“ sei diese Geburtstagsfeier beim Stadtfest gewesen, war Thomas Dill begeistert. „Sie war so, wie sie sich der Senior auch vorgestellt hätte.“ Nämlich: Ohne offizielle Festreden und Blumenstrauß, dafür mit Pfiff: Literweise Kaffee und einige Kisten Sekt gab's gratis für die Gäste. Tochter Isabell bastelte mit Kindern nicht weniger als 39 Lastwagen aus vorgefertigten Holzteilen zusammen. Die Georgi-Bläser schmierten Kochkäs-Brote – und sorgten für einen Knaller.

„Wünsch Dir was!“ war die zündende Idee, die der neue Dirigent Lukas Breitenbach bei der Georgi-Prozession im Mai hatte. Posaunist Lukas Dill, Thomas Dills 19-jähriger Sohn, trug sie in seine Familie. Und schon war die Kooperation perfekt: Sie machten gemeinsame Sache.

30 Titel bot die zwölfköpfige Abordnung der Georgi-Bläser an, die zuvor schon zwei Stunden am Marktplatz gespielt hatte. Wer wollte, bestellte sich auf einem kleinen Wunschzettelchen eines der Stücke, klemmte dieses an eine Wäscheklammer, warf eine Spende in den Schuhkarton mit Schlitz und schlug die Kuhglocke. Und schon legten die Bläser los.

Der Gag dabei: Nur wer Glück hatte, konnte den Titel in ganzer Länge genießen. Sobald ein Nachfolger mit einem Schlag auf die Kuhglocke den nächsten bestellte, brachen Lukas, Tobias & Co. ab und spielten diesen. „Cowboy und Indianer“ war der Hit am Samstagabend. Als dann die älteren Brückenauer überwogen, wollten sie des öfteren „Auf der Vogelwiese“ oder „Die Fischerin vom Bodensee“ mitsingen. „Da ging's ab wie Schmitts Katze“, war selbst Lukas Dill begeistert.

Zum Spitzenreiter am Sonntag allerdings avancierte ein 96 Jahre alter Jazz-Titel von Nick LaRocca, der Tiger Rag. Gediegen gespielt dauert er fünf Minuten, beim dritten Durchlauf in Serie beschleunigten die Bläser jedoch bis zur Rekordzeit von 1:20 Minuten. Hammer!

Als dann auch noch der Exil-Brückenauer Jürgen „Örschi“ Mohr seine musikalische Hommage an seine Heimatstadt wiederholt, getextet auf die Melodie des Beatles-Songs Penny Lane, gab es stürmischen Applaus.

Bürgermeisterin Meyerdierks würdigte bei der Pokalvergabe jedoch nicht nur den Stadtfest-Einsatz, sondern das Engagement der Familie Dill insgesamt. Sie sei aktiv beim Faschingszug, beim Turnverein, bei der Kolpingsfamilie, bei den Georgi-Bläsern und im Jugendzentrum, zählte sie auf. Kurzum: „Die Familie ist überall dabei.“ Gleichzeitig setzte sie mit dieser bemerkenswerten Geburtstagsfeier einen Meilenstein, der für künftige Stadtfeste ein Maßstab sein könnte.